Jusos kritisieren geplantes Furtwängler-Denkmal

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Mit Besorgnis haben die Jusos Baden-Baden die geplante Errichtung eines Wilhelm- Furtwängler-Denkmals aufgenommen. Zwar sei man sich der künstlerischen und kulturellen Leistungen des in Berlin geborenen und in Baden-Baden verstorbenen Dirigenten und Komponisten bewusst, dennoch möchte man eindringlich auf die Funktionen Furtwänglers im Dritten-Reich hinweisen.

Furtwängler, der sich Anfangs für bekannte Künstler jüdischer Abstammung stark machte, diente später Goebbels an untergeordneter Stelle als Vizepräsident der „Reichsmusikkammer“. Auch war er 1934, unmittelbar vor der Gleichschaltung des Systems, an der Unterzeichnung des „Aufruf der Kulturschaffenden“ beteiligt. In diesem freiwilligen, öffentlichen Gelöbnis bekundeten mehre Künstler Adolf Hitler Treue und Gefolgschaft zu leisten.

Die Jusos fordern daher eine gründliche Überprüfung des historischen Kontextes Furtwänglers durch die Stadtverwaltung dem sich eine Besprechung der Sache im Gemeinderat anschließen muss. „Nachdem wir Jusos 2007 die Diskussion um Hindenburg als Namensgeber eines zentralen Platzes angestoßen haben, ärgert uns diese Sache umso mehr. Die Errichtung eines solchen Denkmals für eine Person wie Wilhelm Furtwängler, der Funktionsträger des Nazi-Apparates war, ist inakzeptabel.“ So Kilian Krumm, Sprecher der Kurstadt Jusos. „Sollte die Stadt die historische Problematik nicht erkennen, könne sie in Verruf geraten, es mit der kritischen Auseinandersetzung und Aufarbeitung unserer Geschichte nicht ernst zu meinen“

 
 

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